20C3 - Der 20. Congress des Chaos Computer Clubs

Zwischen dem 27. und 29.12.2003 fand in Berlin der 20. Congress des Chaos Computer Clubs statt. Wie auch im letzten Jahr war ich wieder dabei, und ich hoffe, ich habe das eine oder andere schöne Bild geschossen.

Wichtig! Ich habe mir grundsätzlich von jeder abgelichteten Person eine Einzelerlaubnis eingeholt, ob ich sie fotografieren durfte. Bei Massenaufnahmen, bei denen einzelne Personen nicht erkennbar waren, habe ich dies nicht getan.

Sollte es Personen geben, die mir nachträglich die Erlaubnis entziehen möchten, oder wenn sich Personen irgendwo wiederfinden sollten und sie das nicht möchten, würde ich mich über eine kurze Info freuen. Dann würde ich das Bild entfernen oder an den betreffenden Stellen verfremden.

Bilder

Freitag und Samstag


Mein Wagen, der doch relativ vollgeladen war. Und da war noch nicht das Gepäck von Lasse dabei, den ich mitgenommen habe. Das ist er übrigens. Er kommt von der LUG-Braunschweig.

Wir sind bei einem Bekannten von ihm untergebracht, der ein Rechencluster für distributed computing betreibt. Das sind seine drei Rechner, die exklusiv nur zum Rechnen angeschafft wurden.


Diesesmal findet der Congress das erste Mal im Kongresszentrum am Alexanderplatz statt, das auf dem Bild ist der Funkturm, der direkt dort steht. Das ist das Gebäude.

Und das ein Bild von der Herz aus Gold, die schon das Wahrzeichen für das Camp 99 war. Wie auch beim letzten Mal war diesesmal die Apple-Schiene stark besetzt.

Das ist Martin, den ich schon beim 19C3 getroffen hatte. Hier waren wir auf der Suche nach einem Akku für mein iBook. Leider ist das Teil total platt. Demendsprechend haben wir versucht, in Berlin einen Händler für Appleteile zu finden. Leider gab es den ersten nicht mehr und der zweite hatte das Teil nicht vorrätig :-(


Im Gegensatz zum alten Gebäude gibt es diesesmal eine richtige Versorgung mit warmen Essen. Die Pommes sind etwas kalt, aber es ist essbar. Ja, Apple sind wirklich stärker vertreten.

So eine Massage hätte ich auch gebrauchen können. Morgen findet "Massage für Männer" statt, mal sehen, was da so abgeht ;-)


Sonntag


Dieser Vortrag ging über die Implementation einer CPU, die nativ Brainf*ck interpretiert. Diese Sprache ist, nunja, etwas skuril ;-) Googled mal danach und schaut euch Codebeispiele an, es ist einfach krank.


Lockpicking-Nachwuchs. Lockpicking ist der Sport, ein Schloß in möglichst kurzer Zeit zu öffnen.


Das stand an einem der Räume, in denen die Chaos-Engel geschlafen haben. Chaos-Engel sind die Helfer beim Congress. Der Raum soll am Morgen wie die sprichwörtliche Puma-Höhle gestunken haben.


Seit diesem Jahr neu ist die Security. Die ist allerdings vom Betreiber des Hauses gestellt. Viel zu tun hatte er nicht, da sich der Congress selbst überwacht, aber er hatte die Aufgabe dafür zu sorgen, daß niemand über diesen Eingang raus oder reingeht, der es nicht darf.


Wie jedes Jahr sind auch diesesmal die Funkamateure vertreten, die sogar einen eigenen Ortsverein haben, die Chaoswelle.


Beim Buchstand gab es viele Bücher in Bereichen, die mich nicht interessieren, aber auch ein paar interessante, z.B. eines über Wau Holland. Im Bild zu sehen ist der Autor dieses Buch mit dem Namen Der Phrasenprüfer.


Eine Kaskade von Apple-Netzteilen hat doch immer wieder was Schönes. Und dann stand da so eine (Nobel-)Kaffemaschine rum.

Die gehörte den beiden. Die Benutzung war kostenfrei, und einige hatten dann dieses Angebot auch wahrgenommen. Auf aufgrund des Eintrags im Wiki oder weil sie es auf meinen Seiten gelesen hatte, weiß ich allerdings nicht.


Und hier seht ihr wieder denjenigen, der gerade diese Zeilen verbockt.


Wie jedes Jahr, läuft auch diesesmal wieder Blinken Lights, wo die Fenster eines Hochhauses quasi als Display benutzt werden. Dort werden dann z.B. Spiele wie Pong gespielt. Kann man wunderbar vom Alexanderplatz aus sehen.


Kleines Rätsel: Was ist das? Wo gehört es zu? Auflösung: Es gehört zu einer Hängematte. Die Bewegungen des darin liegenden lösen wiederum etwas aus und zwar:

Die Buchstaben auf diesem Display. Sie bewegen sich im Takt der Bewegung der Hängematte. Dies ist ein Projekt von Susanne Schuricht.


Und das ist eine andere künstlerische Installation oder wie das auch immer heisst. Da hängt ja ein kleiner Zettel dran, der da lautet: Ja, ist anscheinend dort nicht wirklich gewollt. Ich werde mal sehen, ob es bis 15 Uhr weg ist ;-)

Montag


Leider ist das Bild etwas unscharf, aber achtet mal einfach auf die Aufschriften der Zettel. (Nicht auf das "No Camera-Area" - ich hatte um Erlaubnis gefragt)


Hier geht es weiter mit der Galerie der kuriosen Zettel. Ja, und wir wollten doch schon immer wissen, wo oben ist, oder?

Frühstück. Meines war sogar richtig gesund, so mit Joghurt und einem Schokocroissant. Martin (der Leuchtturm auf der linken Seite) war glaube ich nicht in der Lage, irgendetwas zu essen. Seine Augenringe waren am dritten Tag derart tief, daß man der Wind sich darin fing und anfing zu pfeiffen ;-) Der Arme war auch der Einzige von uns Dreien, der in der Turnhalle mit vielen anderen schlief.


Das "Chaos Emergency Response Team" war immer zur Stelle, wo Hilfe benötigt wurde, z.B. als im Saal 1 eine Glasscheibe herunterfiel und einen Menschen traf. Der wurde zum Glück nur leicht verletzt, aber ein Notebook hat es dabei total zerissen. Das Team hat sich dann um die Erstversorgung gekümmert. Bei allem Chaos muß man dem CCC anrechnen, daß sie doch irgendwie eine Organisation geschafft haben, auch wenn sie teilweise in der Abschlußveranstaltung zugaben, daß z.B. die Chaosengel (das sind die Helfer) zur Selbstorganisation griffen und den Überblick behielten, als die Orga kapitulierte.


Eine gutgemeinte Warnung an alle die, die der Meinung waren, vom CCC aus in der großen weiten Welt ein wenig Schabernack zu treiben. Ob die Polizei in den Räumen tätig war, weiß ich allerdings nicht.


Und das Fernsehen war auch da. Da haben sie eine Sendung über die Lockpicker aufgezeichnet. Von welchem Sender sie kamen, wäre noch zu recherchieren.


Ein Amateurfunker in Aktion. Die Funker der Chaoswelle hatten eine Kurzwellenstation aufgebaut und zu diesem Zeitpunkt dann versucht, möglichst viele Stationen zu erreichen. Das lief dann so ab, daß er über Funk seine Empfangsbereitschaft ankündigte und sich die Stationen dann meldeten. Auf einem Zetter verzeichnete er dann Zeitpunkt und Rufnamen, um später QSL-Karten zu verschicken. Mit diesen Karten bestätigt man den Empfang. Da die Antenne nicht optimal war, kamen nur Verbindungen innerhalb Europas zustande, sprich Frankreich, Großbritannien, Italien und Russland.


Beopardy, das Hacker Jeopardy. Für mich jedes Jahr wieder eines der Highlights. 20c3-12338.jpg Das Bild zeigt ein Lego-Regal. In diesem Jahr fand ein "Lego Sumo Deathmatch" statt, bei dem autonome Legoroboter in einer Art Duell den Gegner von einem Tisch stürzen mußten. Leider habe ich das Finale verpaßt, aber ich habe die Vorrunden gesehen. Dem Erfindungsreichtum der Roboter waren dabei kaum Grenzen gesetzt.


Und zum Abschluß ein Fechtduell. Eigentlich hatte ich die beiden nur um die Erlaubnis zu einem Photo gefragt, als sie einigermaßen müde auf den Stühlen saßen und ein wenig die Lichtschwerter kreutzen. Auf einmal sprangen sie auf und begannen ein wildes Duell, bei dem beinahe Tische umgeflogen wären.


Fazit

Es war - wie immer - sehr interessant, sehr informativ und sehr lustig. Leider waren dieses Mal die Netzwerkprobleme des WLAN enorm, was aber nicht an der Technik lag, sondern daran, daß haufenweise Script-Kiddies rumgespielt hatten. Die Verteilung des Traffics auf die einzelnen Dienste soll ein recht krankes Verhältnis angenommen habe.

Das neue Gebäude hat sich bewährt und seine Feuertaufe bestanden. Es war schön, einen Catering-Bereich zu haben, wenn auch die Pommes Frites leider etwas kalt waren und es passierte, daß man statt eines Schinken-Sandwiches ein Käsesandwich bekam. Das komplette Personal - egal ob Catering, Security oder Haustechnik - war richtig freundlich.

Ich hatte dieses Jahr meinen Schwerpunkt auf den Amateurfunkbereich gelegt, und ich plane, im Jahr 2004 meine Lizenz zu machen - nagelt mich ruhig darauf fest, wenn ich es nicht schaffe. Die Amateurfunker aus dem Umfeld des CCC sind auf alle Fälle wirklich gut drauf und machen Lust, sich mit der Materie zu beschäftigen.

Eine der Höhepunkte war aber - wie immer - der Ausblick auf das folgende Jahr, sowie Beopardy (Jeopardy mit Hackerbegriffen).

Ich hatte wieder einen Haufen netter Menschen getroffen, alte Bekannte und auch Zufallsbekanntschaften, Leute aus meiner Region oder weit entfernt. Auch das ist immer wieder ein netter Aspekt des CCC.

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