21C3 - Der 21. Congress des Chaos Computer Clubs

Zwischen dem 27. und 29.12.2004 fand in Berlin der 21. Congress des Chaos Computer Clubs unter dem Motto "the usual suspects" (die üblichen Verdächtigen) statt. Wie auch im letzten Jahr war ich wieder dabei, und ich hoffe, ich habe das eine oder andere schöne Bild geschossen.

Wichtig! Ich habe mir grundsätzlich von jeder abgelichteten Person eine Einzelerlaubnis eingeholt, ob ich sie fotografieren durfte.

Sollte es Personen geben, die mir nachträglich die Erlaubnis entziehen möchten, oder wenn sich Personen irgendwo wiederfinden sollten und sie das nicht möchten, würde ich mich über eine kurze Info freuen. Dann würde ich das Bild entfernen oder an den betreffenden Stellen verfremden.

Bilder


Wie in jedem Jahr waren auch diesmal die Apple-Rechner wieder stark vertreten. Spaßigerweise habe ich genau die selbe Person schon einmal fotografiert.


Die Künstler waren auch wieder vertreten, in der Caféteria des absolut überfüllten BCC hatten sie ihr Lager aufgeschlagen und präsentierten den Zuschauern audiovisuelle Erlebnisse, sowie spassige Spielereien wie ein rein mechanisches Videospiel. (Von dem ich leider keiner Bilder habe)


Und an allen sonstigen Ecken waren sie vertreten, die Notebook-User. Mittels geballter Rechenkraft und per WLAN versuchten sie, ins Netzwerk zu kommen. nur leider wollte das viel zu häufig überhaupt nicht funktionieren.


Nach den Utensilien zu urteilen, die da um ihn herum lagerten, hat wohl dieser Besucher nicht in der Turnhalle oder in irgendeinem Hotel übernachtet, sondern sich den Congress als Schlafstätte ausgesucht. Okay, kann man machen. Mir persönlich wäre es zu laut, die Luft zu schlecht und mir würde die Dusche fehlen.


Die Garderobe war diesmal den ganzen Tag lang geöffnet dank des unermüdlichen Einsatzes der sogenannten Engel.


Einer der wichtigsten Träger des Congresses sind und waren die Engel, d.h. die freiwilligen Helfer. Sie sorgen für den reibungslosen Ablauf des Congresses.


Die Vorträge aus den vier großen Sälen wurden diesmal live auf Fernsehbildschirme vor den Räumen übertragen. So konnten Leute, die es nicht mehr in den Raum geschafft hatten, wenigstens teilweise das Geschehen im Saal verfolgen. Diese Sache war auch bitter nötig, denn praktisch jeder Vortrag platzte aus allen Nähten. Es waren diesmal über 3500 Besucher anwesend, soviel wie noch nie.


Guten Appetit. Das Catering war - mal abgesehen von den Pommes Frites - sehr gut. Das Personal war sehr freundlich und stand rund um die Uhr zur Verfügung und hatte zu durchaus moderaten Preisen gutes Essen zu bieten. Mich persönlich störte es nur etwas, wenn morgens um 11:30 keine Croissants mehr verfügbar waren und das Mittagessen schon zum Verkauf stand. Okay "morgens" ist ein sehr relativer Begriff. ;-)


Das BlinkenArea-Projekt. Nicht zu verwechseln mit dem Blinkenlights-Projekt. BlinkenArea-Projekte sind die Miniaturversionen der Originalinstallationen. Um es also nochmal klarzustellen: Blinkenlights = groß, BlinkenArea = klein. (Danke für den Hinweis per Mail)


Diesmal leider nur als Modell. Leider ist das "Haus des Lehrers" (direkt neben dem BCC) jetzt renoviert und die Eigentümer möchten anscheinend nicht, dass jemand so eine Installation dort durchführt.


Und schon die Jüngsten versuchen sich im "Lockpicking", d.h. dem zerstörungsfreien Öffnen von Schlössern. Das Bild ist aufgenommen auf einem Stand in der Caféteria, wo es darum ging, sein eigenes Werkzeug dafür zu erstellen.


Dieser Lehrgang im Selbstmachen des Werkzeugs wurde anscheinend von der "Kunstsportgruppe Umgehungstechnik" durchgeführt.


Und auch die Presse war da. Hier in Gestalt des Radiosenders eins live (l1ve). Hier haben sie jemanden befragt, der an einem Lego-Projekt gearbeitet hat.


Einer Sache wie dieser hier. Dieser seltsam anmutende Turm ist eine Spezialkamera für Stop-Motion Filme.


Und was ein richtiger Lego-Fan ist, der hat natürlich kein normales Rechnergehäuse, sondern hat es sich aus Lego selbst zusammengebaut.


Die Caféteria war immer laut. Natürlich sowieso, weil soviele Leute darin waren, aber auch, weil hier ständig DJ's Musik oder seltsame Töne, die entfernt an Musik erinnerten, auflegten.


Oder man machte eben seine Musik selber. Das hier ist die Tonleiter. Das sind zwei Alu-Leitern, bei denen über jeder Stufe Lichtschranken angebracht sind. Berührt man eine Stufe, so werden Samples abgespielt. Geschickt gemacht, ergeben sich durchaus anhörbare Musikstücke. Ich habe am zweiten Tag des Congress zusammen mit der Person auf dem Bild wohl über eine Stunde morgens musiziert. Während der Zeit kamen immer wieder Besucher vorbei, filmten, fotografierten oder fragten uns nach Details. Ich vermute stark, dass nicht wenige dachten, das sei von uns. Dabei hatten wir einfach nur unseren Spaß.


Noch eine Neuerung: Auf den Monitoren wurde angezeigt, welche Vorträge gerade liefen und welche kommen würden. In dieser Hinsicht war der Congress der am Besten geplante Congress aller Zeiten.


Man nehme eine Videokamera ... ... einen alten Flipper, schließe da ein paar Kabel an und hat:

Ein Telespiel ;-) Der Bildschirm war eine Etage unterhalb des Flippers in der Caféteria angebracht.


Die Leute von Wikipedia hatten hier das erste Mal einen Stand und präsentierten ihre Arbeit. Die Wikipedia ist das am schnellsten wachsende Lexikon der Welt und wird wohl dieses Jahr von der Größe her jedes andere Lexikon überholt haben. Nur an der Qualität einzelner Artikel muß sicherlich gefeilt werden, denn das Besondere der Wikipedia ist, dass sich jeder schreibend beteiligen kann. Jeder ist doch auf irgendeinem Gebiet ein Fachmann. Und so kann jeder, der sich dazu berufen fühlt, einen Artikel dort aufsetzen.


Der Congress von außen mit dem typischen Symbol des CCC, der Rakete "Herz aus Gold". Die meistgestellte Frage des Congresses. Das WLAN war absolut unzuverlässig, der DHCP-Server lief nicht, etc.

Und dann hatte ich endlich Netz - über Ethernetkabel - und konnte endlich meine Mails abrufen.


Ob er Netz hatte, weiß ich nicht, aber er hatte sicherlich die seltsamste Methode dafür - ein USB-WLAN-Adapter, per Klebeband an dem Deckel des Notebooks befestigt.


Hier nochmal die Verantwortlichen unserer leiblichen Versorgung. Und sieht doch gar nicht mal so schlecht aus, oder?


Der wahrscheinlich skurillste Vortrag des Congresses: "Computer und Robotik in Entenhausen", gehalten von Henriette Fiebig. Es ging darum, welche Computertechnik in Entenhausen eingesetzt wird. Teilweise nahm der Vortrag schon fast religiöse Züge an, wenn von "Überlieferungen" gesprochen wurde. So oder so war der Vortrag sehr kurzweilig.


Ein zugegeben rech alter Rechner. Und man konnte per Tastendruck ein dreidimensionales Modell (diese Kanne) drehen. Wie ist das möglich? Aufwendige Programmierung? Neue Hardware? Nein, im Inneren bewegte sich tatsächlich von Motoren gesteuert ein Modell dieser Kanne. Ein nettes Spielzeug.


Einer der Highlights - wie jedes Jahr - das Hacker-Jeopardy. Es werden Antworten aus der Hackerwelt gegeben und man muß die passenden Fragen dazu stellen.


Dieses Mal wurde es noch etwas dadurch gewürzt, dass irgendjemand in einem der Kontrollräume per TFT-Display echte oder teilweise auch falsche Hinweise gab. Hat echt Spaß gemacht. Störend war dann nur, dass das Jeopardy erst nach 3 Uhr Nachts zu Ende war und zu dieser Uhrzeit keine U- oder S-bahn mehr fuhr. So hatte ich das Vergnügen, per Nachtbus durch Berlin zu fahren.


Zur Entspannung der Besucher gab es in der Caféteria ein paar "Go"-Spiele. Go ist ein asiatisches Spiel, bei dem man denken muß. Mehr weiß ich auch nicht ;-) aber Wikipedia weiß zum Glück mehr.

Nettes Make-Up, oder? es war etwas verwirrend, ihr ins Gesicht zu blicken, sah aber nicht schlecht aus.


Das Gesicht ihrer Begleitung war nicht weniger verwirrend geschminkt. Die Schminkkünstlerin ist das Mädel auf der rechten Seite auf diesem Bild. (vielen Dank an dieser Stelle für den Hinweis per Mail)


Und da war er auch schon zuende, der Congress.


Fazit

  • Viele Vorträge waren auf englisch, viele Besucher auch. Der nationale Congress wandelt sich immer mehr zu einer internationaler Veranstaltung.
  • Man kam kaum in Vorträge, so überfüllt waren sie.
  • Lange Schlange draussen. Der Andrang an Besuchern war enorm. mein Tip: Reist beim nächsten Mal am Tag davor an, dann müsst ihr nicht so lange in der Kälte warten.
  • Es gab keine Hardware-Registrierung mehr. Ob jetzt Computer gestohlen wurden, weiß ich nicht. Ich denke, es war eine Kapitulation vor der Menge der Besucher.
  • Es gab auch kein Lego-Deatchmatch. Schade, hatte das doch immer sehr viel Spaß gemacht. Aber der Veranstalter meinte, es wäre immer unheimlich viel Aufwand im Vorfeld gewesen. Und dazu hatte er diesmal schlicht keine Lust.
  • Das Netzwerk war mit 1 Gigabit angeschlossen. Zum Vergleich: ein normaler DSL-Anschluß der Telekom liegt bei 1 Megabit, also einem Tausendstel.
  • Der Titel des Congresses "the usual suspects" passte, denn es waren die üblichen Personen dabei. Man sah viele bekannte Gesichter.
  • Das Subway (am Alexanderplatz) war am frühen Abend zweitweilig ausverkauft, es gab keine Brote mehr.
  • Es gab Schlangen auf der Herrentoilette, also etwas, was man normalweise nur von den Frauentoiletten hört.
  • 80 Leuten mit Gesundheitsproblemen, geholfen vom C.E.R.T. (Ein Fall von Windpocken)
  • Der Congress platzt aus allen Nähten, er wird evtl. nächstes Jahr auf 4 Tage ausgedehnt. Aber wie das die Leute aushalten sollen, das frage ich mich verzweifelt.
  • Es waren erstaunlich viele Frauen anwesend, die mehr waren als bloße Begleitung.
  • Die Luft war übel, sehr übel. Das nächste Mal wird evtl. die Not-Klima in Gang gebracht, die eigentlich nur bei Bränden eingesetzt werden soll. Sie ist wohl etwas laut und wurde im Hackcenter auprobiert, was die Leute dort aber anscheinend nicht bemerkt haben. Eventuell gibt es das nächste Mal auch ein Rauchverbot.
  • Es wurden 18.000 Sites defaced, die Polizei war da.
  • Das Verhältnis zur Polizei war gut, besser als die letzten Male.
  • Die "What the hack" in den Niederlanden ist die nächste Hackerveranstaltung in 2005.
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