Die dritten Braunschweiger Linuxtage

Es ist schon eine kleine Tradition, die mittlerweile ins dritte Jahr kommt: Die Braunschweiger Linuxtage. Vom 4.5. bis 6.5.2001 fanden sie statt. Wie auch in den letzten Jahren, herrschte hier eine schöne familiäre Stimmung. Man traf alte Bekannte, aber auch neue Gesichter.

Wichtig! Hier wie auf allen meinen Bilderseiten der übliche Disclaimer: Wie immer bei meinen Fotodokumentationen veröffentliche ich hier auch unter Umständen Großaufnahmen von einigen Leuten, von denen ich hoffe, daß sie nichts dagegen haben, die ich aber eventuell nicht gefragt hatte. Wenn jemand also möchte, daß ich ihn hier entferne, dann reicht eine Benachrichtigung. Außerdem noch etwas: Ich wäre froh darüber, wenn Leute, die anwesend waren, mich bei der Beschreibung unterstützen könnten, und mich ggf. korrigieren oder ergänzen könnten, danke!

Ich habe die Firmen, die vertreten waren, darum gebeten, mir einige Zeilen zu schicken und habe diese schon teilweise eingepflegt, dementsprechend liegt die Verantwortung für das dort geschriebene nicht bei mir, sondern bei den jeweiligen Unternehmen.

Wenn jemand weitere Bilder haben möchte, kann er mich anmailen.

Bilder

Leider hatte ich am Freitag meine Kamera nicht dabei, ich konnte auch erst sehr spät kommen, so daß ich sowieso nicht sehr viel zum Fotografieren gehabt hätte ...

Samstag, der 05.05.01


Der erste Vortrag, den ich Samstag morgen besucht hatte, war "*BSD - Alternativen zu Linux" von Karl-Uwe Lockhoff. Er erzählte uns, welche Vielfalt es im BSD-Bereich gibt und wo die Unterschiede der Systeme liegen. Eine der Möglichkeiten - insbesondere bei den Filesystemen - klangen sehr interessant. Wenn ich den Platz entbehren kann, werde ich mir eventuell zusätzlich ein Free-BSD installieren.


Obwohl es erst 9 Uhr 35 war, waren schon einige Zuhörer gekommen. Björn führt Linux auf zwei Bildschirmen vor. Er hat dazu eine Dualhead Grafikkarte benutzt.

Das Ganze noch einmal im dunklen. Beeindruckend schön, oder?


Linux auf dem iMac. Nun, man mag geteilter Meinung sein, ob dies sinnvoll ist, denn meiner Meinung nach gibt es fast keine schönere Oberfläche als die des Mac, aber es ist schön, daß es geht. Auch USB funktioniert, wie man an der USB-Kamera sehen konnte. (Und natürlich daran, daß Maus und Tastatur funktionieren, die ja ebenfalls per USB angeschlossen sind)


Wie auch im letzten Jahr war die Woblug (die Wolfsburger Linux-Usergroup) die einzige andere LUG, die vertreten war. Ich hoffe, daß der Cluster (die Celler LUG) es schafft, zum nächsten Jahr hin vertreten zu sein. Einen kleinen Schritt haben wir ja getan, indem wir in Celle Plakate verteilt haben. ;-)


Linux auf dem iPAQ. Nach Aussage des Besitzers sind das zwar schöne Experimente, jedoch gibt es leider immer noch Probleme. Zum einen ist das Powermanagement noch nicht sehr weit entwickelt, so daß die Akkus nicht lange halten, zum anderen fehlt es an der Anbindung zum PC. In diesem Bereich ist der Palm immer noch ungeschlagener Meister.


Spielen unter Linux ist mittlerweile kein Problem mehr. Hier sieht man Parsec, ein 3D Weltraum-Shooter. Ich werde in den nächsten Tagen mal sehen, ob es auf meinem System (K6 III/400) spielbar ist. Irgendwie erinnerte mich das Spiel an eine "aufgeblasene" Version des alten Novell-Spiels, daß der Personal Netware beilag. Auch dort flog man durch den Raum und konnte andere Leute abschießen. Nur das hier sieht bei weiten besser aus. ;-)


Wie auch im letzten Jahr, war der KDE-Stand direkt neben dem Gnome-Stand. Wie uns Ralf Nolden vom KDevelop-Team versicherte, gibt es keine grundsätzlichen Feindschaften oder ähnliches zwischen den Gruppen.


Dies ist Kylix, Delphi auf Linux. Es soll mittlerweile recht gut laufen. Ich hoffe, daß es bald die freie Version geben wird, denn als alter Pascal-Hase würde ich mich freuen, wenn ich endlich in meiner Lieblingssprache unter Linux entwickeln könnte.


Mahlzeit! Das Tagungsbüro, hier wird alles koordiniert.

Hier der Debian-Stand. Eine gute Nachricht für alle diejenigen, die sich mit dselect rumgeschlagen haben: Mittlerweile gibt es bessere Tools zur Paket-Auswahl. Nun, ich habe mir eine CD mitgenommen und werde testen, ob es mir gefällt.


Eine wirklich schicke Sun-Station. Nicht besonders schnell - von den Zahlen her - aber trotzdem gut bedienbar und natürlich todschick. Gefunden habe ich das Kleinod auf dem Debian-Stand. Dies war gleichzeitig der Beweis, daß es Debian auch für andere Plattformen gibt.


Ein kleiner Firmenrundgang. Wie auch im letzten Jahr, waren auch diesmal diverse Firmen vertreten, diesmal unter dem Stichwort "Embedded Systems". Dies ist der Gemeinschaftsstand der Firmen "EuroDesign" und "Sysgo".


Hier ihre Produktpalette. Die Firma denx

Aus Olching.


Der kleinste mir bekannte Webserver (die Platine, die auf der großen Platine sitzt, beherbergt den Prozessor und die Ethernet-Schnittstelle). Nähere Informationen unter: www.siteplayer.com.


Und hier ein vollständiger Intel-kompatibler PC auf der Basis des AMD ÉlanSC520 (133MHz). Auf diesem embedded Modul befinden sich SDRAM (bis 64MB), Flash (bis 16MB) und der Ethernet-Chip für 10/100 MBit.


Beide gefunden auf dem Stand von FS FORTH-SYSTEME.


Die emlix GmbH aus Goettingen ist eines der ersten deutschen Unternehmen, das kundenindividuelle Loesungen im Bereich Embedded Systeme ausschliesslich auf der Basis von Linux entwickelt.


Und hier ein wenig Merchandising. Ich konnte nicht anders und habe neben der Tagungs-CD auch endlich einen Tux, sowie eine Linux-Tasse erworben. Die Videotechnik. Vorträge aus diesem Raum wurden in andere Räume und als Live-Stream übertragen.

Dieser Vortrag ging über "KDevelop 1.4 und der QT-Builder", geführt von Ralf Nolden. So zumindest der offizielle Name des Vortrags. Uns wurde meines Wissens nach der KDevelop 2.0 vorgeführt. Dieser Vortrag war sehr gekonnt geführt, auch wenn dem Dozenten gelegentlich etwas die Sprache wegblieb. Seine Art gefiel mir.


Er hat in mir gleich den Wunsch erweckt, doch endlich mit C, bzw. C++ anzufangen. Sicherlich fehlt noch einiges, damit man so einfach wie in Delphi, bzw. Kylix entwickeln kann, jedoch ist dies schon eine bedeutende Erweiterung gegenüber den alten Methoden.


Der nächste Vortrag ging über "Parsec: Linux and Cross-Platform Game Development" von Markus Hadwiger. Er versuchte uns anhand des Spieles Parsec zu erläutern, wie man für verschiedene Systeme 3D-Spiele entwickeln kann.

So sieht übrigens ein Student gegen 17:36 aus. Da fällt mir der alte Witz ein: Wieso beeilen sich die Studenten, wenn sie gegen sieben Uhr aufwachen? Um acht machen die Geschäfte dicht. ;-)))


Der Stand von Linet Services. Ich habe am Sonntag noch weitere Bilder vom Stand gemacht. Alte Bekannte. Hier Wolfgang Tux.

Hier Lucy.


Und dies ist Guana 'Lia' Tux, die Pinguindame, die seit heute meine Untermieterin ist. Ich muß es mir aber vielleicht nochmal überlegen, denn sie scheint dem Alkohol gut zuzusprechen.


Wie auch Lucy. ;-) Hier übrigens der Grund in Natura, wegen dem Patricia Jung von München nach Norwegen ausgewandert ist.

Etwas ganz besondere zu Essen. Eine Erdnuß, ein Erdnußflip, ein Apfel-Fruchtgummi und das Ganze auf diesem Brot-Snack. Guten Appetit! (Wie hießen diese Brot-Dinger noch ganz genau?)


Da hat es unser freiwilliger Kandidat geschluckt.


Und da hat er versucht, das Ganze runterzuschlucken. Es schien gar nicht so leicht zu sein, vielleicht lag es aber auch daran, daß er einen Lachanfall nach dem anderen bekam. ;-)


Nochmal ein paar Tuxereien. ;-)


Lucy hatte es leider nicht lange im Kopfstand ausgehalten und fiel hier gerade herunter. Sie hatte aber im Herunterfallen noch soviel Zeit, daß sie ein Küßchen gab. ;-)


Sind die beiden nicht niedlich?


Und abschließend für diesen Tag ein Bild von Guana und ihrem neuen Zuhause. Es ist vielleicht etwas gemein, daß sie auf dem einzigen System sitzt, daß bei mir nicht unter Linux läuft (es ist ein LC III - ein alter Apple), aber dort ist der Platz einfach am Besten.


Sonntag, der 06.05.01


Student am Morgen. Er sieht aber gar nicht so müde aus, oder? Schaut mal auf den Monitor, ein nettes Hintergrundbild, oder?


Der erste Vortrag des Morgens. Uns wurde hier von Peter H. Ganten das Debian-Projekt vorgestellt. Diese unkommerzielle Linux-Distribution unterscheidet sich in einigen Punkten von seinen kommerziellen Mitstreitern. Ich habe mir eine Debian 2.2 mitgenommen. Wenn ich die Zeit und den Platz finde, werde ich versuchen, sie zu installieren. Wenn ich damit umgehen kann, wird sie vielleicht meine nächste Plattform.


Die Firma Linet.

"Ich bin root ich darf das". Björn, wie man ihn sich vorstellt. ;-) Die Firma PC-Spezialist, ein Braunschweiger PC-Händler, war ebenfalls vertreten.

Im letzten Jahr waren sie schon vertreten. Hier wurden wir von freundlichen Menschen mit Kaffee, Tee und Kuchen zu sehr guten Preisen versorgt. An dieser Stelle vielen Dank!

Der nächste Vortrag "Gimp 1.2 - eine Einführung" von Simon Budig. Dieses Bildbearbeitungsprogramm ist wirklich genial. Leider fehlen ihm einige wenige Dinge dazu, damit es im professionellen Umfeld genutzt werden könnte (Farbkalibrierung, 16 Bit pro Farbkanal YMCK-Farbmodell), aber für den Heimanwender ist es mehr als ausreichend. Letztendlich kann man es als die Killerapplikation für Linux bezeichnen. Die Version 1.2, die Ende 2000 herausgebracht wurde, bringt einige nette Neuerungen.


Der Dozent wurde am Ende des Vortrags (den er übrigens überzogen hat - wofür ihm aber keiner böse war) noch von Leuten umlagert. Hier ging er dann noch einmal auf Detailfragen ein.


Der nächste Vortrag, den ich besuchte, behandelte das Thema "Servlets und JSP unter Linux" und wurde von Thomas King gehalten. Servlets und JSP stellen die Möglichkeit dar, mit Javaprogrammen auf der Webserver-Seite zu arbeiten. Im Gegensatz zu Java auf der Client-Seite hat es den Vorteil, daß es prinzipiell mit jedem Client arbeitet und daß man speziell für eine Java-Version schreiben kann.


Leider ist es etwas ressourcenfressend - Java halt - und wohl auch aus diesen Gründen ist es leider (zur Zeit) noch bei wenigen kommerziellen Anbietern zu haben. Wobei ich bei JSP da kein Problem sehe, denn meiner Meinung nach haben diese genau die Funktionalität und Möglichkeit wie das weitverbreitete PHP.


Redhat, ich denke, ich muß wenig zu dieser Firma sagen. Sie ist meines Erachtens nach die in den USA am weitesten verbreitete Linux-Distribution.


Dies hier ist Linux Discount, sie hatten auch einen Menschen von Mandrake mit auf dem Stand. Die Firma Netzlink,

die sich auch mit Linux beschäftigt. Hier handelt es sich um die Firma Implementa.

Wie auch bei allen anderen Firmen, habe ich sie darum gebeten, mir eine Selbstdarstellung zu schicken. So kann ich wenigstens nichts falsch beschreiben. ;-)


Der letzte Vortrag, den ich besuchte, war die "KDE Roadshow 2001", gehalten von Ralf Nolden, der am Samstag auch den Kdevelop vorgeführt hatte.


In einer sehr informativen und vor allem unterhaltsamen Weise führte er uns die neuen Fähigkeiten wie Anti-Aliasing und durchsichtige Menüs vor. Letzendlich scheinen alle Änderungen von KDE 2.0 zu 2.2 (die Juni/Juli kommen soll) weitgehend die Optik zu betreffen, aber das Auge ißt nun mal mit und hier bekommt es einen Festschmaus.


Alle Vorträge aus dem Raum B wurden übrigens vom OK-TV aufgenommen und sollen demnächst im Web als Videostream verfügbar sein. Die Verlosung. Leider waren viele der Gewinner nicht anwesend.

So war es eine echte Erleichterung, wenn doch jemand da war. ;-)


Abschließend fand noch ein kleines Ratespiel statt. Leider gab es bei den einfachen Fragen Dinge zu gewinnen, die ich nicht haben wollte und bei den Dingen, die ich haben wollte, zu schwere Fragen ... ;-) Schade, ich hätte gerne eine VMWare-Lizenz gewonnen ...


Björn in tragender Rolle, diesmal trägt er einen Müllsack. Wer meine Dokumentationen der Linuxtage verfolgt hat, wird festgestellt haben, daß ich immer versuche, ihn als "Running Gag" auf einen der letzten Bilder zu präsentieren.


Abbruch-Stimmung ... ... Aber einige wenige waren noch am arbeiten.

Robert J. Chassel von der FSF. Es ist immer wieder interessant, wie weit die Dozenten teilweise angereist sind.


Zusammenfassung

Wie auch in den letzten Jahren war die Veranstaltung eine informative Präsentation rund um das Thema Linux. Zusätzlich zu dieser Präsentation sehe ich hier auch den Gedanken des Persönlichen gegeben. Es ist einfach immer wieder ein schönes Gefühl, wenn man mit Gleichgesinnten zusammentrifft und noch viel schöner, wenn man sie schon aus den Veranstaltungen der letzten Jahre kennt.

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