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HAARP

Miltärprojekt, globale Auswirkungen, Wettermanipulation, Mind Control......
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Eingeschränkt freie Berufswahl in der IT-Branche
Wokshop Sonntag 12.00 Uhr

Von einem der was lernen will - und wie das Arbeitsamt versucht, ihn daran zu hindern.

Die meisten Leute hätten gern eine Arbeit, die ihnen Spaß und mit der sie klarkommen. Viele qualifizieren sich über Umschulung oder Weiterbildung. Die Kosten trägt das Arbeitsamt, wenn die entsprechende Eignung vorliegt. Dazu gehören auch die gesundheitlichen Voraussetzungen und deshalb untersuchen amtseigene Ärztinnen und Ärzte auf krumme Rücken, Plattfüße und andere - möglicherweise einschränkende - Gebrechen.

Die heimische Behörde verweigert dem Düsseldorfer Rainer Haas (30) diese Förderung mit Rückendeckung aus dem Landesarbeitsamt Nordrheinwestfahlen. Begrüdung: "Bei fortgesetzem Drogenkonsum (Haschisch)" sei von "einer psychischen Minderbelastbarkeit auszugehen."

Wer gelegentlich kifft, ist ln den Augen der "Arbeitsberater" praktisch nicht arbeitsfähig und hat keine Chance auf dem Arbeitsmarkt - wird also auch nicht gefördert. Da nützt es nichts, daß das Sozialgericht in erster Instanz deutliche Worte gesprochen hat: Die Behördlichen Rechthaber gehen in die Berufung.

Eine Posse in (bisher) vier Akten:

Eignungsuntersuchung, die erste.

Nach Feststellung von Amtsärztin Frau Dr. med. . Zimmer ist Rainer Haas ein "28 jähriger, mittelgro&zlig;er normgewichtiger Mann in gutem Allgemein- und Ernährungszustand, von schlankwüchsigsem Körperbau." Das stimmte Ende Mai 1998 nun nicht gerade, denn da war er schon 29. Aber ansonsten hat sie in diesem Teil des Gutachtens wohl ausnahmsweise recht, auch wenn die Untersuchung nicht lange gedauert hat. Rainer Haas wundert sich, "das Frau Dr. Zimmer bereits nach einer 25minütigen Untersuchung in der Lage ist, so etwas zu sagen", und teilt da sdem Arbeitsamt mit. Aber wir greifen vor.

Haas hat keine abgeschlossene Berufsausbildung und jobbte in den Kneipen der Düsseldorfer Altstadt. Als er sieht, da&szlihg; das keine Zukunft hat, wechselt er die Perspektive.

"Ich kaufte mir von dem letzten Lohn, den ich mir erkellnert hatte, meinen ersten Rechner. Es dauerte nicht lange, bis ich feststellte: Das wird meine Zukunft. Nach langmonatiger Arbeitslosigkeit und einiger Zeit im Netz fand ich heraus, daß in der Computerbranche Leute gesucht werden - bis der Arzt kommt."

Ein neuer Berufszweig interessiert ihn besonders, der "Informations- und Telekommunikations-Systemelektroniker" oder kurz "IT-Systemelektroniker". Solche Leute kümmern sich um Netzwerke, Internet, Intranet, Hardware und deren Konfiguration. Ein anspruchsvoller Job, der im Jahr 2000 zum ersten Mal von der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf als Ausbildungsberuf geprüft wird.

Haas: "Ich dachte mir damals: Mit bis dahin 31 Jahren und abgeschlossener Berufsausbildung schaffe ich den Absprung und aus mir wird doch nochmal was."

Das Arbeitsamt Düsseldorf sah das etwas anders und schlug immer wieder Kellnerstellen vor. Zum x-ten mal dort spricht er erneut mit seiner Sachbearbeiterin, und die beiden kommen Überein, daß er sich amtsärztlich untersuchen und gegebenenfalls "kellneruntauglich" schreiben lassen solle.

Während der Untersuchung wurde er gefragt, "aus welchen Grund ich mich nicht mehr dazu in der Lage sehe, in Kneipen zu arbeiten, und ich antwortete sinngemäß, der Streß in Altstadtkneipen würde mir zuviel, un ich könnte den Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Dannn folgte der vielleicht den schwersten Fehler in meinem Leben, denn ich antwortete ehrlich auf die nächte Frage, nämlich, ob ich Drogen nehme: "Drogen konsumiere ich keine, aber ich ziehe mal an einem Pfeifchen, wenn mir ein Gast nach der Schicht eins anbietet."

Haas tat bei der Arbeit nichts anderes als Leute mit Drogen zu versorgen. Manche zeigen sich erkenntlich.

Eignungsuntersuchung, die zweite.

Er freut sich zunächst über das Untersuchungsergebnis - ungeeignet für weitere Tätigkeiten in der Gastronomie. Die Sachbearbeiterin hat allerdings Zweifel, ob eine Umschulung in Frage käme und verlangt eine weitere Untersuchung. Diesmal ist Frau Dr. Zimmer an der Reihe und stellt fest, zu meiden seien "Tätigkeiten mit nervlicher Belastung, Hektik, Tätigkeiten mit Wirbelsälenzwanshaltungen, häufiger Bückbeanspruchung, Schichtarbeit, Fahr- und Steuertätigkeiten, hautbelastenden Stoffen, Schmutzarbeiten."

Durch seine verheilte Wirbelsäulenverletzung von 1992 und leichter Allergieneigung sind diese Einschränkungen nicht alle zu erklären, auch nicht die Einschätzung, er sei ganz allgemein "für Umschulungsmaßnahmen nicht geeignet", es sei "bei fortbestehenden Drogenkonsum (Haschisch) von einer psychischen Minderbelastbarkeit auszugehen".

Zum zweiten Mal hatten sich geringe Mengen Cannabisrückstände in seiner Urinprobe befunden - übrigends: auf keines der Drogenscreenings war er hingewiesen worden.

Zu allem Überfluß dauerte die Bearbeitung des Gutachtens von Mai bis Ende Juli und Haas sitzt zu dem Zeitpunkt schon auf heissen Kohlen, denn der Vorkurs soll am 24. August beginnen.

Ablehnungsbescheid, die erste.

Mit allgemeinen Hinweisen und im Rückgriff auf das negative ärztliche Gutachten, lehnt das Arbeitsamt Düsseldorf die Förderung der Umschulungsmaßnahme am 27. Juli 1998 ab. Wer in Düsseldorfer Kneipen klarkommt, lässt sich so leicht nicht ins Bockshorn jagen. Haas legt Widerspruch ein, fünf Seiten lang begründet. Er verweist auf die bereits im Dezember 1997 durchgeführte psychologische Untersuchung durch das Arbeitsamt, die er mit guten bis sehr guten Ergebnissen absolviert hatte.

Das Arbeitsamt reagiert wie gewohnt und es kommt zu etwas schon bekanntem:

Eignungsuntersuchung, die dritte.

Frau Dr. Aghte-Schäfer schließt sich "der Einschätzung der Vprgutachterin an, daß, eine gesundheitlich Eignung für die Umschulung im IT-Bereichen nicht vorliegt" und hält Haas "nicht geeignet für Tätigkeiten mit hohem Verantwortungsniveau". Wichtig an seinem Unfall findet sie, daß er "selbstverschuldet" gewesen sei, obwohldie Wirbels&aul;ulenverletzung ausgeheilt ist.

Dann kommt die Katze aus dem Sack: "Herr H. wurde in den letzten Jahren insgesamt dreimal arbeitsamtsärztlich untersucht, sowohl am 18.8.97 als auch am 19.3.98 und am 24.5.98 fiel das Drogenscreening auf Cannabis positiv aus, so daß der gewohnheitsmäßige Gebrauch dieses Stoffes anzunehmen ist."

Das gutachtet sie ohne Angaben von Meßwerten kenntnislos. Dann erklärt sie absolute Inkompetenz:

"Bei de Beurteilung dieser Substanz ist zu berücksichtigen, daß durch den besonderen Wirkungsablauf einmal gespeicherte Abbauprodukte erneute freigesetzt werden können und plötzlich die Leistungsfähigkeit und die Fähigkeit zu verantwortlichen Entscheidungen einschränken können."

Was sachlich völliger Unsinn ist.

Das Arbeitsamt glaubt das allerdings gerne und erteilt einen Widerspruchsbescheid. Haas fackelt nicht lange, denn er hat keine Zeit zu warten, und erhebt Klage.

Sozialgericht, die erste.

Während die Berufseignungsfestellung schon läuft, muß Haas die Bewilliguing per Einstweiliger Verfügung erzwingen. Dabei ist er in mehrfacher Hinsicht glücklich: Trotz der Schwierigkeiten mit der vernagelten Behöhrde schließt er den Vorkurs erfolgreich ab.

Das Arbeitsamt bekräftigt derweil mit seinen Anträgen, daß es genauso wenig lernfähig ist, wie seine ärztlichen Bediensteten und versteift sich darauf, daß jemand, der "gewohnheitsmäßig" kifft, kein verantwortliches handeln zeigen könne und daher nicht förderungswürdig ist.

Haas läßt sich erneut untersuchen, diesmal von seiner Hausärztin Dr. Karassalidou und vom gerichtlich bestellten Neurologen und Psychiater Dr. Riemann, Neuss. Die Hausärztin erklärt, daß ihr Patient nichts anderes als gesund ist, der Neurologe findet keiner lei Einschränkungen: "in psychischer Hinsicht fanden sich bei dem Kläger keine Hinweise für eine hirnorganische Wesenänderung oder Leistungsminderung, keine Hinweise für eine endogene oder exogene Psychose und keine Hinweise für eine neurotische Fehlhaltung."

Für den Fall des erfolgreichen Abschlusses sieht der Neurologe eine dauerhafte Beschäftigung als IT-Systemelektroniker für Haas problemlos.

Dem Arbeitsant schmeckt das immer noch nicht und Frau Dr. Aghte-Schäfer meldet sich erneut mit einer "Stellungnahme" zu Wort. Das macht nichts besser, außer einer erneuten Vertiefung des Eindrucks von massiver Inkompetenz: Sie zitiert die veraltete Fassung des Gutachtens "Krankheit und Kraftverkehr", buddelt die längst hinfällige flash-back-Theorie aus und weis nicht einmal, daß Cannabisabbauprodukte weder THC enthalten noch psychoaktiv sind.

Dennoch besteht das Arbeitsamt darauf, Haas das Leben möglichst schwer zu machen: Über Weihnachten 1998 ein kurzer Wink an die Ausbildungsstelle und schon muß um einen Abbruch der erfolgreich verlaufenden Ausbildung bangen. Auch diesen - hausgemachten - Belastungstests hält er stand, bekommt schließlich noch eine positive Dozentenstellungnahme für die Gerichtsakten. Dort heisst es: "Heer Haas hat sich in den Fächern, die ich unterrichtet habe, als püntlicher und motivierter Schüler erwiesen. Seine Teilnahme am Unterricht war vorbildlich. Seine Prüfungsleistungen entsprachen dem Klassendurchschnitt."

Auch das Sozialgericht sieht das so und verwirft die Einlassungen des Arbeitsamtes, Dort waren die vor lauter ahnungslosem abschreiben die unerwartet und plötzlich (und erfundenerweise) freigesetzten Wirkstoffe zu festegesetzten geworden und mancher Wirrnisse mehr. Die Behörde erweist sich als deutlich überfordert und müsste sich nach den eigenen Auffassungen dringend auf "Cannabisabusus" untersuchen lassen.

Das Urteil: Haas darf weiterlernen, und das Arbeitsamt mu&szklig; zahlen.

In der Begründung klatschen die Ohrfeigen für die fortbildungsunwilligen Amtsärztinnen, denn die Kammer "vermag die Beurteilungen von Frau Dr. Korth, Frau Dr. Zimmer und Frau Dr. Aghte-Sch&aum,l;fer vom ärztlichen Dienst der Beklagten nicht nachzuvollziehen. Die Auffassungen stützen sich im Wesentlcihen auf einen WIssensstand, bei dem neuere Erkenntnisse offensichtlich nicht berücksichtigt worden sind."

Berufung, die erste.

Damit könnte die Sache vom Tisch sein. Haas hat sogar freiwillig völlig auf Cannabis verzichtet, um seine Ausbildung nicht zu gefährden.

Das Arbeitsamt scheint allerdings entschlossen, die Posse weiterzuführen: Am 17. Mai 1999 legte es Berufung ein, die Sache wird nun vom Landesarbeitsamt in Düsseldorf angepeitscht. Die Begründung zeigt, wie wenig sich die Behörde im IT-Bereich auskennt, heisst es doch in der Begründung "bei nachweislich fortgesetztem Cannabisabusus erscheint eine dauerhafte EIngliederung in den Bereich der Informations- und Kommunikationsberufe nicht ausreichend wahrscheinlich, wobei dieser Gesichtspunkt nicht abschließend beurteilt werden kann."

Anstatt Haas zuzugestehen, daß er auch unter (durch das Arbeitsamt) erschwerten Bedingungen angemessene Leistungen bringt und seinen EInsatz zu würdigen, soll ihm die Zukunft verbaut werden, obwohl es dafür keinen Grund gibt - außer Inkompetenz.

Rainer Haas macht es anders. Er wendet an, was er gelernt hat. Deshalb ist die aktuelle Fassung der Geschichte im Internet unter "http://www.isis.de/members/~rainerhaas/story2.html zu finden.