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Das Tier

Michael Vogel

Kalt, feucht, kommende Helligkeit. Hunger, Durst. Wo stillen? Traben, wohin? Zum Wasserloch. Witterung! Was? Antilopen! Wo? Spur verfolgen. Dort! Anschleichen, langsam, sonst gewarnt. Wind von vorne, gut. Näher, immer näher, noch näher.

Da! Jetzt gewarnt, Flucht! Hinterher, Sprint, zu langsam, andere zu schnell, aufgeben? Nein! Dort hinten eins langsamer, krank? Hinterher! Wird langsamer, immer langsamer. Gleich, ja gleich da. Jetzt, Sprung! Pfote in Flanke, Blut. Will fliehen, noch stark. Noch einmal Sprung, jetzt Biss. Biss in Hals, viel Blut. Wird schwächer, immer schwächer, tot.

Jetzt Hunger stillen, warmes Blut, warmes Fleisch, satt, Durst. Wohin? Wasserloch. Beute! Nein, kein Hunger, nur Durst. Blick ins Wasser, schwarzes Gesicht, grüne Augen, trinken. Genug Wasser. Witterung! Was? Beute? Nein, weiblich! Verlangen, Begierde, hinterher!

Dort, unter Baum. Beschützer? Nein, keine Witterung. Näher. Bleibt stehen, immer näher. Direkt da.

Gefahr! Wo? Geräusch von oben! Läßt sich fallen. Schmerz von Krallen. Zurückschlagen! Er blutet. Biß in die Pfote, mehr Schmerz, er stärker, Flucht?

Zu spät! Biß in Hals, viel Blut. Müde, so müde, Dunkelheit.

 

Diese Geschichte wurde am 23.08.97 von Michael Vogel geschrieben.

 

© 1997 by Michael Vogel


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