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Die Burg

Schon von weitem konnten sie das Massiv sehen, an dessen Hang sich die Burg befand. Als sie die letzten Zweige auseinanderbogen, hatten sie die Gelegenheit, sie sich näher zu betrachten.

Sie war wirklich mächtig. Sie thronte auf einem etwa dreißig Meter hohem Hügel. Die Burg war über hundert Meter lang, die Burgmauer hatte eine Höhe von zwanzig Metern, so daß der Angreifer fünfzig Meter steile Wand überwinden mußte. Zum Tor führte eine gewundene Rampe, das Tor selber war mit Metall beschlagen. Die Burg war auf der einen Seite direkt in den Fels gebaut, so daß ein möglicher Angriff nur von oben machbar erschien, jedoch waren die Hänge steil und glatt. Die Burg schien uneinnehmbar. Zum Glück hatten sie Onka getroffen, denn ohne ihr Wissen wäre es schwierig, wenn nicht sogar unmöglich gewesen, in die Burg zu gelangen.

Onka zeigte ihnen dann den Geheimgang. Er befand etwa zweihundert Meter links von der Burg, außer Sichtweite für die Wachen. Von unten sah es lediglich wie ein Loch in der Wand aus, das maximal drei bis vier Meter tief in den Berg hineinreichte. Stand man jedoch am Rand des Eingangs, erklärte Onka, sah man, daß sich der Gang nach unten fortsetzte.

Sie zogen sich wieder zu ihrem Lager zurück, und warteten, bis die Nacht begann. Onka hatte Ersatzwaffen dabei, so daß Moonpaw sich endlich mit einem Kampfstab ausrüsten konnte.

Als die Dunkelheit über das Land gekommen war, schlichen sie sich wieder zu ihrer Beobachtungsposition zurück. Sie warteten, ob sie jemanden erkennen konnten, der sich in dem freien Stück Land zwischen dem Wald und dem Hang befand. Als sie niemanden sahen, schlichen sie vorsichtig zu der Stelle. Onka nahm ein Ende des mitgebrachten Seils, entfaltete ihre Flügel und flog hinauf. Oben angekommen, verschwand sie in der Höhle. Wenige Augenblicke später erschien zuerst ihr Gesicht und danach das andere Ende des Seils am Höhlenrand, das sie vorsichtig runterließ.

Zuerst kletterte Sheelana hinauf, dicht gefolgt von Zoahn. Dann folgte Smad. A s Vorletzter kam Moonpaw an die Reihe. In der Zwischenzeit war Onka aus dem Loch wieder herausgeflogen und hatte an Mor'Arukh eine Art Tragegurt aus Seilen angebracht. Als sie wieder oben angekommen war, zogen alle bis auf Smad, der die Funktion des Koordinators übernommen hatte, am Seil. Langsam aber sicher schafften sie es, ihn hochzuziehen. Als sie ihm seine Gurte abnahmen, hatten sie endlich die Gelegenheit, sich den Geheimgang genauer anzusehen. Er führte schräg hinauf in Richtung der Burg. Er war sah aus wie ein natürlich entstandener Gang, etwa zwei Meter breit und hoch, der nur notdürftig bearbeitet worden war. Onka entzündeten eine der Fackeln, die sie mitgebracht hatte, dann machten sie sich auf dem Weg.

Hinter Onka, die die Rolle als Führerin übernommen hatte, folgte Sheelana. Hinter den beiden folgte Mor'Arukh, dicht gefolgt von Zoahn, Smad und Moonpaw, der das Schlußlicht bildete.

Der Gang führte leicht bergauf und machte alle paar Meter Windungen nach links oder rechts. Stellenweise waren die Kurven so eng, daß Mor'Arukh Probleme hatte, daran vorbeizukommen.

Nach etwa zweihundert Metern teilte sich der Gang in zwei Teile, ein schmaler Gangabschnitt machte eine scharfe Linkskurve und versank in der Dunkelheit, der andere, größere Abschnitt führte geradeaus weiter. Sie wählten den größeren der beiden Gänge. Nach wenigen Metern endete er vor einer Holzwand. Onka übergab die Fackel an Sheelana und öffnete eine kleine Klappe in Augenhöhe, die sich in der Wand befand und konnte dadurch in den dahinterliegenden Raum spähen. Dann betätigte sie einen Hebel auf der linken Seite und drückte die Geheimtür auf.


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