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Kampf

Bevor irgend jemand sonst reagieren konnte, schossen Onka und Mor'Arukh vor. Die Eber waren noch geschockt von dem plötzlichen Auftauchen ihrer Gegner, da grub Onka ihre spitzen Zähne in den Hals eines der Eber. Bevor der andere ihm zu Hilfe kommen konnte, hatte Mor'Arukh ihm die Spitze seines Kampfstabes in den Kehlkopf gerammt. Nach Luft keuchend fiel er auf den Boden. Mor'Arukh sprang auf ihn, und zertrampelte ihn mit seinen Hufen. Noch nachdem er aufgehört hatte, sich zu bewegen, sprang Mor'Arukh auf ihm herum. Onka hatte mittlerweile ihren Gegner regelrecht mit ihren Zähnen und ihren Krallen zerfleischt.

,,Aufhören!'', schrie Sheelana, ,,ich höre die Verstärkung!''. Und tatsächlich hörten sie hinter sich viele Fußtritte, Sheelana schätzte die Anzahl der ankommenden Feinde auf etwa acht. Sie flohen weiter ins Innere der Burg. Dort, etwa zehn Meter voraus, befand sich eine Tür, hinter der sie sich möglicherweise verstecken konnten. Onka stürzte vor, betätigte die Klinke, verschlossen!

Sheelana rief: ,,Smad, tu dein Bestes!''.

Smad stürmte vor, und holte ein langes Stück Draht aus einer seiner Taschen. Mit dem Draht fingerte er im Schloß herum. Nach wenigen Augenblicken stand die Tür offen. Kaum hatten sie sie geschlossen, hörten sie die Eber. Nur kurz nachdem Smad das Schloß wieder verriegelt hatte, drückte einer der Eber die Klinke herunter. Sie hörten, wie sich die Eber entfernten, da kam Moonpaw gegen einen auf einem Tisch stehenden Kupferkessel, der mit lautem Getöse umfiel.

Im gleichen Moment waren die Eber wieder an der Tür. Es hatte anscheinend keiner von ihnen einen Schlüssel dabei, also versuchten sie, sie mit brutaler Gewalt aufzubrechen. Zum Glück befand sich in diesem Raum ein weiterer Ausgang. Smad machte sich sofort daran, das Schloß daran zu öffnen. Er sah es sich an, und bemerkte ruhig: ,,Dieses Schloß hat eine Falle. Wenn ich nicht alles richtig mache, verpaßt es mir einen Stich mit einer versteckten Nadel. Gebt mir etwas Zeit.''

Die anderen türmten Tische und Schränke vor der Tür auf, während sich Smad mit absoluter Konzentration um das Schloß kümmerte. Die Tür wackelte schon gefährlich in ihrer Füllung, eine der Angeln war schon aus ihrer Aufhängung gerissen, da hatte Smad es geschafft. Kaum waren sie in den Nachbarraum geflohen, da hatten die Eber die Barrikade überwunden. Sie schafften es gerade noch, die Tür zu schließen und zu verriegeln, da hörten sie schon ihre Gegner daran hämmern und klopfen.

Auch dieser Raum besaß eine zweite Tür, und Smad machte sich bereits wieder daran zu schaffen. Leider befand sich diesmal nichts in diesem Raum, was sie als Barriere benutzen konnten. Sie überlegten noch, wie sie die Tür anders verriegeln könnten, da brachen sieben Eber hindurch.

Sheelana, Onka, Mor'Arukh, Zoahn und Moonpaw bildeten eine Front, um Smad abzuschirmen. So leicht sollte keiner an ihnen vorbeikommen. Die Eber nahmen ebenfalls ihre Kampfstellung ein, und zogen ihre Schwerter. Sheelana und Zoahn hatten ihre Schwerter schon in ihren Händen, Mor'Arukh und Moonpaw hielten ihre Kampfstäbe bereit. Onka fletschte ihre Zähne und fuhr die Krallen aus. Da stürmten die Eber los.

Diesmal ließen sie sich nicht mehr überraschen. Onka hatte Probleme, ihren Gegner mit ihren Krallen zu erreichen. Sie duckte sich unter einem Schlag und wollte angreifen, da erwischte sie ein Fußtritt dieses Ebers.

Moonpaw hatte ein leichtes Spiel mit seinem Gegner. Er schien keine rechte Erfahrung mit seinem Schwert zu haben. Immer wieder konnte Moonpaw seinen Hieben ausweichen, und teilte wiederum welche aus. Durch ein paar schnelle Schläge auf die Schwerthand des Gegners, hatte dieser keine Kraft mehr, seine Waffe zu halten, und ließ sie fallen. Daraufhin verpaßte ihm Moonpaw eine schnelle Serie von Schlägen gegen seinen Kopf, und sein Gegner sank bewußtlos zu Boden.

Zoahn hatte währenddessen ebenfalls jemanden zu Boden geschickt. Während Onka immer noch versuchte, ihre Krallen einzusetzen, und Mor'Arukh seinen Gegner bereits an eine Wand gedrängt hatte, sah es bei Sheelana gar nicht gut aus. Ihr schwerer Zweihänder war in diesem Kampf denkbar ungeeignet. Ihr Gegner hatte eine kurze, leichte Waffe, und konnte ihre Schläge deswegen mit Leichtigkeit parieren. Seine Schläge wiederum, brachten sie immer wieder in Bedrängnis, sie konnte das Schwert kaum so schnell in die jeweils richtige Richtung bewegen.

Da parierte sie einen Angriff auf ihre linke Flanke, auf einmal verspürte sie einen tiefen Schmerz an ihrer rechten Seite. Ihr Gegner hatte ihr ein Messer in die Seite gerammt. Sie brach zusammen.

Dies sah Moonpaw. Versteinert starrte er auf Sheelana. Die Erstarrung dauerte nur einen Augenlidschlag, da entstand vor Moonpaw eine leuchtende Kugel. Die Eber wichen vor Angst in eine Ecke zurück, die Gefährten zogen sich in die andere Ecke zurück, Zoahn zog Sheelana aus dem Gefahrenbereich. Die Kugel wuchs und wuchs, das Licht wurde immer greller. Geblendet schlossen die Gefährten ihre Augen. Plötzlich spürten sie eine gewaltige Feuerwand vor sich, und selbst durch ihre Augenlider loderte hell der Schein.

Sie öffneten ihre Augen. Das erste, was sie sahen, waren verbrannte und verstümmelte Eber, die sich teilweise noch bewegten und stöhnten. Das zweite war ein weißer Tiger, der sich wie ein wildes Tier auf die Eber stürzte. Er stürzte von Feind zu Feind, und riß ihnen die Halsschlagader auf. Fingen die Gegner an, zu stöhnen, wirbelte sie der Tiger so lange hin und her, bis sie aufhörten, sich zu bewegen. Als er mit ihnen fertig war, bot sich ein Bild des Schreckens. Zerfetzte und verbrannte Leichenteile lagen überall und Blut klebte an den Wänden.

Die Bestie trottete ruhig zu den Gefährten zurück. Bei ihnen angekommen, legte sich auf die Seite, und wurde zu Moonpaw, der erschöpft liegenblieb.

Nach wenigen Augenblicken stand er auf, und besah sich die Überreste seines Amoklaufs. Er murmelte vor sich hin: ,,Was habe ich nur getan?'', da meldete Onka, daß sich weitere Truppen näherten. Smad war immer noch mit dem Schloß beschäftigt, Sheelana lag blutend und bewußtlos auf der Schulter von Zoahn, und Moonpaw lehnte fassungslos an einer Wand. Die einzigen, die kampfbereit waren, waren Onka und Mor'Arukh.

Mor'Arukh stürmte vor, und versperrte den Eingang mit seinem mächtigen Körper, so daß keiner an ihm vorbeikam. Onka stand an seiner Seite, bereit einzuspringen, falls er Hilfe benötigte. Zoahn forderte Smad auf, endlich erfolgreich zu sein, und Moonpaw lehnte immer noch regungslos an der Wand. Da hatte Smad es geschafft. Kaum hatte er die Klinke gedrückt, und die Tür einen Spalt geöffnet, da schrie er: ,,Autsch!'' und brach er zusammen. Sein Gesicht nahm eine blaue Farbe an, vor seinem Mund bildete sich Schaum. Er verkrampfte sich und starb.

Zoahn schob ihn aus dem Weg, und stieß die Tür mit seinen Füßen auf. Mor'Arukh war mittlerweile in Kämpfe verwickelt. Moonpaw hatte sich gefangen, und flüchtete in den anderen Raum, einem langen aber engen Gang. Als letzte stürmten Onka und Mor'Arukh hinein, dann schloß Zoahn die Tür, die auf dieser Seite metallbeschlagen war, mit einem dicken Balken. Diesmal würden sie mehr Zeit haben.

Zoahn bettete Sheelana vorsichtig auf den Boden, während Moonpaw sich vor sie kniete. Er schloß die Augen, und hielt seine Hände über ihre Wunde, und murmelte unverständliche Worte. Eine bläuliche Aura bildete sich um die Hände. Die Aura wurde größer und größer. Plötzlich sprangen sie wie kleine Blitze zu Sheelana über. Sie fing an, zu zucken, während Moonpaw vor Erschöpfung zusammenbrach. ,,Ich kann nicht mehr.'', war das einzige, das er über seine Lippen brachte.

Sheelana schlug ihre Augen auf, und versuchte, aufzustehen. Auf halber Höhe sackte sie erschöpft zusammen. Zoahn griff sofort zu, und half ihr, sich hinzusetzen. Obwohl das Hämmern an der Tür immer dröhnender wurde, machten sie eine kleine Pause, bis sich Moonpaw so weit erholt hatte, daß er wieder stehen konnte. Dann zog die Gruppe weiter. Diesmal bildete Mor'Arukh die Vorhut, während Onka die Gruppe abschloß. Hinter Mor'Arukh ging Sheelana, gestützt von Zoahn. Hinter den beiden stolperte Moonpaw erschöpft hinterher.

Nach einiger Zeit standen sie vor einer weiteren Tür. Ohne lange zu überlegen, ergriff Mor'Arukh die Klinke, und öffnete sie.


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