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Ronal

Die Tür führte in eine große Halle. Sie flohen hindurch und schlossen die Tür, bevor sie sich umgesehen hatten. Als sie sich umdrehten, sahen sie zwanzig Pfeilspitzen, die auf zwanzig Bögen lagen, die von zwanzig Bogenschützen gehalten wurden.

Die Mitglieder der Gruppe ließen ihre Waffen langsam nach unten sinken. Da kam von der Seite eine eindrucksvolle Gestalt. Im Gegensatz zu den anderen trug sie keine Lederrüstung, sondern ein wallendes Gewand aus rotem Stoff, das mit einer goldenen Kette um den Hals befestigt war.

,,Ich bin Ronal. Ich bin der König von Shai Z'gorn. Jetzt weiß ich auch, warum ihr den gelben Diamanten stehlen wolltet, ihr habt mit den Drakos gemeinsame Sache gemacht. Viele wollten ihn schon entwenden, aber die meisten hatten wenigstens nur das Gold im Kopf. Ihr aber erniedrigt euch, und schließt mit der Geißel unseres Landes einen Pakt.''

,,Bitte erklärt, was ihr damit meint.'', bat Moonpaw, der inzwischen wieder bei Kräften war.

,,Wißt ihr denn nicht, wer da bei euch steht? Sie ist ein Drako. Die Drakos herrschten Jahrhunderte über dieses Land. Sie tränkten es mit dem Blut ihrer Gegner und knechteten die Bauern nieder. Sie zwangen unsere Vorfahren, ihnen diese Burg zu erbauen. Alleine dieser Bau kosteten Tausenden das Leben.

Dann, eines Tages, kam ein Zauberer in das Land. Er sah das Elend, und beschloß zu helfen. Er schuf ein Amulett, das die Drakos aus dem Land vertrieb, und sie dazu zwang, sich in Höhlen zu verbergen, denn es strahlt eine Kraft aus, die jeden Drako um den Verstand bringt. Dieses Amulett ist der gelbe Diamant.

Da das Gleichgewicht der Kräfte herrschen muß, erschuf er auch ein Gegenamulett, so daß die Drakos eine Chance hatten, ihrerseits das Land zu erobern. Dieser Drako dort'', seine Hand zeigte auf Onka, ,,trägt dieses Amulett. Wenn ihr mir nicht glauben wollt, dann bittet sie darum, es abzulegen. Sie wird es nicht tun, denn sie würde wahnsinnig werden!''

,,Lügner!'', schrie Mor'Arukh, und stürmte, gefolgt von Onka, auf Ronal. Moonpaw schrie noch ,,Stop!'', doch es war schon zu spät. Zwanzig Pfeile bohrten sich in die beiden, die leblos zusammenbrachen.

,,Ich bedaure diesen Vorfall,'' fing Ronal wieder an zu reden, als ob nichts geschehen wäre, ,,aber die beiden hätten mir gefährlich werden können. Es tut mit leid um euren Kameraden. Drakos haben die Eigenschaft, andere Wesen zu beeinflussen. Selbst wenn wir sie getötet hätten, er hätte immer noch ihren Auftrag ausgeführt, es gab keine andere Möglichkeit.''

,,Ich verstehe,'' antwortete Moonpaw niedergeschlagen und fragte weiter: ,,was habt ihr jetzt mit uns vor? Werdet ihr uns genauso töten wie Stargazer?''

,,Stargazer? Ist das der Name eures geflügelten Pferdes gewesen? Ich entschuldige mich hiermit ausdrücklich für diese Tat. Meine Leute hatten den Auftrag gehabt, euch auszuspionieren. Als sie entdeckt wurden, handelte einer der Späher in Panik und schoß. Er hat eine gerechte Strafe für diese Tat erhalten, glaubt mir.

Nein, ich werde euch nicht töten. Ich werde euch auch nicht in irgendwelche Kerker stecken. Aber ihr werdet verstehen, daß ich euch auch nicht mehr freilassen kann, denn ihr kennt zu viele Geheimnisse, die uns schaden könnten. Ihr seid die ersten, die so nahe an den Diamanten gekommen sind, das macht mir Sorgen.

Diese Burg grenzt an einen alten Vulkan. Im dessen Inneren befindet sich ein Gebiet von etwa zwei Kilometern Durchmesser. Dieses Gebiet besteht aus einem dichten Wald. mit abwechslungsreicher Flora und Fauna. Dort befinden sich auch andere Abenteurer, die ebenfalls ihr Glück versucht haben. Wir beliefern sie regelmäßig mit Fleisch und anderen Lebensmitteln, ansonsten lassen wir sie in Ruhe. Ihr werdet dort bis zum Ende eurer Tage leben.'' Mit diesen Worten beendet er seine Rede. Er gab sechs Wachen einen Wink. Diese kamen sofort, und nahmen, jeweils unter Bewachung ihres Partners, den Gefährten jegliche Waffen ab, dabei gingen sie äußerst sorgfältig vor.

Daraufhin wurden sie durch die Burg getrieben. Die Eber nahmen dabei Rücksicht auf Sheelana, die immer noch zu schwach war, um alleine zu stehen. Nach einer ihnen endlos erscheinenden Zeit sahen sie ein großes Tor, das durch mehrere Wächter bewacht war, die dem was dahinter lag allerdings keinerlei Aufmerksamkeit entgegenbrachten. Sie spielten statt dessen Karten. Durch das Tor schimmerten die ersten Strahlen der Morgensonne.


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