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Das Ende

'Das Ende' ist so eine harte Bezeichnung, ich sollte es besser 'einen neuen Anfang' nennen, nur die Geschichte die ich erzählen wollte, endet hier beinahe. Der Rest ist eigentlich schnell erzählt. Die ersten Wochen kamen wir in dieser Lagerhalle unter und ernährten uns von dem, was die Natur uns bot. Als wir merkten, daß pflanzliche Nahrung nicht reichte, machten wir uns auch auf die Jagd nach Tieren. In Ermanglung geeigneter Waffen jagten und erlegten wir die Tiere mit unseren Klauen und Reißern. Zugegeben, wer uns dabei beobachtet hätte, wäre bestimmt nicht auf den Gedanken gekommen, daß es sich bei uns um intelligente Wesen handelte. Aber die Situation verlangte Ausnahmen und dies war eine, außerdem jagten wir bei Nacht und schliefen am Tag, damit die Gefahr einer Entdeckung gering blieb.

Dennoch, so konnte es nicht weitergehen. Wir wußten nicht, ob der Doktor meinen Angriff überlebt hatte, und wenn er überlebt hatte, wußte er genauso wie wir, daß wir nicht einfach in unser altes Leben, zu unseren Freunden zurück konnten, also würde er jeden Platz durchstreifen, bis er uns gefunden hatte. Außerdem konnte diese Halle jederzeit abgerissen werden oder wir konnten anderweitig entdeckt werden.

In den Wäldern fanden wir dann eine Heimat. Seither streifen wir umher. Tagsüber schlafen wir in schwer zugänglichen Höhlen in Felswänden, des Nachts streifen wir durch die Stadt, immer auf der Suche nach etwas Eßbaren. Wir können zwar sehr gut Tiere jagen, nur tief in unserem Herzen sind wir immer noch Menschen und keine Tiere, und wir sind immer noch süchtig nach den Nahrungsmitteln der modernen Gesellschaft wie Schokoriegel, Würstchen, Brot oder auch exotischen Früchten.

Und das ist genau das, wo Sie ins Spiel kommen. Würde es Ihnen etwas ausmachen, des Nachts einfach etwas Eßbares vor die Hintertür zu stellen? Am besten zugedeckt, damit sich keine Tiere daran zu schaffen machen? Wir möchten nicht viel, aber wir brauchen etwas zu essen, besonders jetzt, wo meine Frau sich nicht mehr mit mir auf die Suche begeben kann.

Der Doktor hat wirklich exzellente Arbeit geleistet. Ich denke, er wäre stolz, wenn er das hören würde: Meine Frau ist schwanger.


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icarus@dabo.de