Tagebucharchiv


Mai 11, 2008 10:36:12
Fahren, nicht fliegen

Am Samstag ist meine Familie (meine Mutter, Schwester und mein Neffe) nach Hamburg gekommen. Es war Hafengeburtstag, also sind wir durch die Massen gezogen und haben schöne Schiffe und das Wetter genossen. Zwischendrin stieß noch ein Bekannter der Familie zu uns, der gerade in Hamburg war, weil er Ballonfahrer ist und (ich vermute mal) anlässlich des Hafengeburtstages sich dort über ein Dutzend Ballons getroffen hatten, um mehrere Fahrten durchzuführen.

Er musste sich dann zwischendrin verabschieden, weil er zu einem Treffen wollte, hatte uns aber noch gesagt, wo er starten würde, damit wir ihn besuchen könnten. Wir machten dann eine Hafenrundfahrt (die preiswerte Variante: HVV-Gruppenkarte und Fahrt nach Finkenwerder). Leider hatten viele genau die selbe Idee, die Fähren waren übervoll. War aber trotzdem nett.

Wir sind dann aufgebrochen, um den Ballonfahrer zu besuchen und waren erstmal überwältigt von der Masse der Ballons. Da wir nicht wussten, für welches Team er gerade fährt, fragten wir uns durch. Da schon einige gestartet waren, hatten wir schon befürchtet, dass wir ihn verpasst hätten. Sie waren - ist doch irgendwie immer der Fall, oder? - der letzte Ballon, den wir abgeklappert hatten und sie waren gerade dabei, den Ballon aufzurüsten, d.h. die Hülle stand schon, wurde gerade aufgeblasen und der Brenner blies schon heiße Luft hinein. (wenig später und sie wären weg gewesen).

Dann stiegen sie in den Korb, der Korb hob schon fast ab. Max sollte unseren Bekannten noch einmal verabschieden, er hatte aber sichtlich Angst vor dem Ballon und dem ganzen Trubel. Da meinte der Bekannte, ob ich nicht Lust hätte, mitzufahren, da noch ein Platz frei sei. Ich fragte kurz, ob wir denn Zeit hätten, meine Schwester meinte: "Ja". Ich sprang in einem Satz in den Korb (ich frage mich immer noch, wie ich das hinbekommen hatte, soll aber gar nicht so ungeschickt ausgesehen haben) und war drin. Mir wurde noch die Kamera des Verfolgers in die Hand gedrückt, wenige Sekunden später waren wir in der Luft.

Ich könnte jetzt noch seitenlang über die Fahrt erzählen (vor allem darüber, dass es "Fahrt" und nicht "Flug" heißt), aber ich kürze hier mal radikal ab.

Wir sind quer über den Hafen gefahren und hatten eine traumhafte Sicht. Der Wind konnte sich nur nicht entscheiden, ob wir nördlich oder südlich der Elbe runtergehen würden. Zwei der Ballons entschieden sich dann, auf der Airbus-Landebahn in Finkenwerder runterzugehen.

Wir sind dann über dem alten Land gefahren, in der Suche nach einer Wiese, Pustekuchen ... Bäume über Bäume, keine Wiese ... Eine Wiese verpassten wir dann knapp (der Wind hätte uns nur knapp 10 Meter weiter links treiben müssen), danach wieder kilometerlang Bäume. Wir waren dann irgendwann so tief und flogen über ein Wohngebiet, so dass wir die Leute fragen konnten, wo wir denn gerade seien. Besondere Scherzbolde sagten dann: "Deutschland". Die einhellige Antwort der anderen war: "Jork". Irgendwie war da alles Jork, egal welches Dorf wir waren.

Wir fanden dann eine Wiese, gingen runter und landeten recht weich - und kippten in letzter Sekunde noch um.

Am Ende wurden wir dann geadelt und erhielten unsere Urkunde. Ich heiße jetzt: "Michael Graf Jork von Apfelblüte zum alten Land tollkühner Luftkutscher".

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